Chronik

Hochmoor und “Nünegg”: beliebte Ausflugsziele

Das Ballmoos und die “Nünegg” bilden in Lieli neben dem schmucken
Dorfbild die wesentlichsten Anziehungspunkte der rund 200 Einwohner zählenden
Gemeinde auf dem Lindenberg. “Klein, aber oho!” erinnern sich nicht
nur die Schüler, wenn man nach den Vorteilen des idylllisch in die Landschaft
eingebetteten Dörfchens fragt. Denn, so klein diese Gemeinde heute ist,
so gross wird im Gegensatz dazu der Stellenwert von Tradition, Kultur und Naturschönheiten
hochgehalten. Wie sonst könnte man etwa die rund eine Hektare grosse Moorlandschaft
über dem Dorf erklären, und weshalb sonst liess die Gemeinde die vom
gänzlichen Zerfall bedrohte Burgruine “Nünegg” mit einer
Stützmauer verstärken? “Wir wollen den ländlichen Charakter
in unserem Dorf erhalten”, gab Alt-Gemeindeammann Franz Oehen-Kopp seinerzeit
zu verstehen.

Nicht nur der schmucke Gasthof und die 1991/92 restaurierte Kapelle – sie ist
dem heiligen Wendelin geweiht und gab dem Restaurant den Namen – auch der Getreidespeicher
gehört neben den schönen Bauernhäusern zu den Sehenswürdigkeiten
von Lieli.

Über ein reges Vereinsleben verfügt man in Lieli nicht. Die einzige
Vereinigung im Dorf ist der Seilziehclub, “wo Männer noch Männer
sind”, wie ein Einheimischer ironisch beifügt. Denn die Seilzieher
sind im Dorf beliebte Kulturträger. In welcher Gemeinde gehört es
nicht zu Bubensünden, das Rauchen von “Nielen”? – In Lieli muss
es besonders viele solcher Schüler gegeben haben, denn die ersten Glimmstengel
der Buben gaben dem Dörfchen den Namen. Lieli stammt vom Namen dieser Waldrebe,
von “Liula” oder “Liela” ab.

Historisch dürften die ersten Spuren Lielis in der voralemannischen Zeit
zu finden sein. Was hier unsicher ist, belegen Schriften aus der Wende des 16.Jahrhunderts,
in denen Funde aus römischer Zeit vermerkt sind. Wie die Gemeinde Müswangen
und Sulz gehörte auch Lieli einst unter die Herrschaft der Kyburger zum
Chorherrenstift Beromünster. Dass man in Lieli etwas von Treue hält,
bewiesen die Einwohner zur Zeit Zwinglis. Sie gehörten nämlich der
Kirchgemeinde Hitzkirch an. Als der Reformator die Hitzkircher zu seiner Lehre
zwang, blieben sie dem katholischen Glauben treu und erbauten die “Wendelins-Kapelle”.
Die Landwirte wussten auch auf religiösem Gebiet, wer für ihre Sorgen
und Nöte zuständig war – der heilige Wendelin ist der Patron der Bauern
und für das Glück im Stall massgebend.